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Einstein mit einem seiner Biografen und Freund Peter A. Bucky um 1934
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Einstein mit einem seiner Biografen und Freund Peter A. Bucky um 1934

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Einsteins Biografen

Ebenfalls aus dem Familienkreis kam der Russe Dimitri Marianoff, der von Einsteins Tochter Margot allerdings schon wieder geschieden war, als er 1944 in den USA aus purer Geldnot "Einstein - An intimate Study of a Great Man" schrieb. Weder hat sich Einstein mit ihm gut verstanden, noch kannte Marianoff seinen Ex-Schwiegervater gut. Wenn er die Gespräche schildert, die er mit ihm auf dem Boot in Caputh geführt haben will, so darf bezweifelt werden, ob er je auch nur einmal mit ihm Segeln war. Die Darstellung ist insgesamt sehr unglaubwürdig und erhält so viele unwahre Angaben und falsche Daten, dass sich Einstein in einer Erklärung von dem Werk distanziert hat.

Auch János Plesch, der Arzt und Freund aus der Berliner Zeit, hat 1947 in seiner Autobiografie in einem Einstein gewidmeten Kapitel seine Unkenntnis ohne Scheu mit Phantasien gefüllt. Einstein hat zwar oft an den "Herrenabenden" in dessen Landhaus in Gatow teilgenommen, war aber mit Mitteilungen aus seinem Privatleben vorsichtig und hat sich den publicity-süchtigen Doktor "mit feiner Ironie auf Distanz gehalten". Später brachte er es nicht fertig, Plesch "den Schwindel und kuriosen Exhibitionismus in seiner grotesken Autobiographie zu verübeln".

Der Sohn Peter H. Plesch hat 1995 in "Some Reminiscences of Albert Einstein" einige Erinnerungen und medizinische Diagnosen seines Vaters veröffentlicht,

dabei auch jene Behauptung, Einstein, den er seit 1933 nicht mehr behandelt hatte, sei 1955 an den Spätfolgen einer Syphilis gestorben. Der Sohn verrät ein ähnliches Standesbewusstsein wie sein Vater, wenn er aus der bekannten Tatsache, dass Einstein auch zum Personal freundlich war, folgerte: "Einstein liebte die Frauen, und je gewöhnlicher und verschwitzter sie waren, umso besser gefielen sie ihm."

Wie wenig ihm nahestehende Personen wussten, zeigt sich auch bei Peter A. Bucky, dessen Familie mit der von Einstein schon in Berlin, später in den USA befreundet war. Er hat 1990 seine Gespräche mit Einstein aus der Erinnerung wiedergegeben und viele kleine amüsante Episoden geliefert, konnte aber trotz seiner Einschätzung, Einstein sei "ein Mann mit wachem Sinn für das weibliche Geschlecht" gewesen, keinen einzigen Frauennamen nennen. Er hat deshalb gemutmaßt, Einstein hatte "möglicherweise eine lange Affäre mit seiner Sekretärin Helena Dukas", ein Verdacht, den er von Einsteins Sohn Hans Albert gehört hatte. Da Bucky gleichzeitig spekulierte, die 1896 geborene Dukas könnte gut das 1902 geborene voreheliche Kind Lieserl sein, über dessen weiteren Lebensweg man nichts weiß, hieße das, Einstein hätte ein Verhältnis mit seiner Tochter gehabt. Offensichtlich konnte keine Vorstellung zu abstrus sein. Die Aufgabe, auch den privaten Einstein angemessen darzustellen, blieb deshalb späteren Biografen überlassen.

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Zuletzt geändert am: 18.03.2005