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Sigmund Freud 1931
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Sigmund Freud 1931

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Einstein und Freud

„Der Alte hat (...) scharf gesehen...“

Einstein war bekanntermaßen kein Freund der psychoanalytischen Erkenntnisse Sigmund Freuds. Und doch fühlten sie sich durch ein ähnliches Schicksal verbunden und pflegten eine jahrelange Bekanntschaft und briefliche Korrespondenz.

Wenn es um die bedeutendsten lebenden Juden ihrer Zeit ging, waren Einstein und Sigmund Freud oft in einem Atemzug genannt worden. Persönlich begegneten sie sich 1926 in Berlin. Über dieses Treffen berichtete der Wiener Arzt und Psychologe amüsiert: „Er ist heiter, sicher und liebenswürdig, versteht von Psychologie soviel wie ich von Physik, und so haben wir uns sehr gut gesprochen.“ Diesem Eindruck muss auch Einstein zugestimmt haben, denn er schätze Freud vor allem als überragenden Schriftsteller und für seine Kunst der Darstellung. Seinen psychoanalytischen Erkenntnissen hingegen stand er misstrauisch gegenüber und wollte als echter „Dickhäuter“ ausdrücklich „im Dunkel des Nicht-Analysiertseins verbleiben.“ Entsprechend gestaltete sich ihre Korrespondenz zwar voller kritischer Distanz, aber auch voller Herzlichkeit.

Allein durch ihren ähnlichen und oft schattenreichen Lebensweg fühlten sich die beiden Zelebritäten einander verbunden. Beide waren zu Begründern einer ganz neuen Wissenschaft geworden:

Einstein stürzte ein Jahrhunderte währendes physikalisches Weltbild, Freud schuf durch seine Psychoanalyse ein völlig neues Verständnis der menschlichen Persönlichkeit. Dennoch sahen sie sich zeitlebens mit wissenschaftlichen Anfeindungen und antisemitischen Angriffen konfrontiert. Diese Erfahrungen bewirkten in beiden frühzeitig eine eigensinnige Unabhängigkeit gegenüber etablierter Autorität und festigten ihre jüdische Identität. 1926 fasste Freud, er war 70, seine Haltung zusammen: "Ich betrachtete mich geistig als Deutschen, bis ich die Zunahme des antisemitischen Vorurteils in Deutschland und Deutschösterreich bemerkte. Seit dieser Zeit ziehe ich es vor, mich einen Juden zu nennen.“

Einig waren sie sich über die bedingungslose Ablehnung von Krieg und Militär. So hieß es in einem gemeinschaftlich unterzeichneten pazifistischen Aufruf von 1929: „Militärische Ausbildung ist Schulung von Körper und Geist in der Kunst des Tötens. (…) Sie ist die Verewigung des Kriegsgeistes. Sie verhindert die Entwicklung des Willens zum Frieden.“

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Zuletzt geändert am: 30.07.2005