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Einstein und Kant

Relativ statt a priori

Raum und Zeit sind bei Kant die Voraussetzung menschlicher Anschauung. Bei Einstein werden sie zu Objekten der materiellen Welt, die verkrümmt, gedehnt und gestaucht werden können.

Als Einstein bei seiner Ankunft in New York 1921 nach einer kurzen Erklärung seiner Relativitätstheorie gefragt wird, antwortet er: „Früher hat man geglaubt, wenn alle Dinge aus der Welt verschwinden, so bleiben noch Raum und Zeit übrig. Nach der Relativitätstheorie verschwinden aber Zeit und Raum mit den Dingen.“

Besser kann man den Widerspruch zwischen Einsteins Relativitätstheorie und der Erkenntnistheorie Immanuel Kants nicht auf den Punkt bringen. Kant hatte Raum und Zeit zur Voraussetzung aller Wahrnehmung erklärt. Raum und Zeit seien keine Eigenschaften der Dinge. Sondern die „reinen Formen der Anschauung“. Einstein holte Raum und Zeit nun aus der Sphäre des „a priori“, des Vorausgesetzen herunter in die materielle Welt.

Sie waren nicht mehr die Bühne der Wahrnehmung und des Denkens, sondern selbst Gegenstand der Anschauung, bewegliche Mitspieler im Theaterstück.

Einstein war mit der Philosophie Kants vertraut. Schon als Gymnasiast las er dessen „Kritik der reinen Vernunft“ und er nahm dessen Bücher auch später zur Hand. Beispielsweise schreibt er 1918 an Max Born: „Ich lese hier unter andrem Kants Prolegomena und fange an, die ungeheure suggestive Wirkung zu begreifen, die von diesem Kerl ausgegangen ist und immer noch ausgeht.“ Allerdings war er bei aller Faszination nicht einverstanden: „Mich erinnert die gepriesene Kant’sche Ansicht über die Zeit an Andersens Märchen vom Kleid des Königs, nur dass es sich statt um das Kleid des Königs um die Form der Anschauung handelt.“

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Zuletzt geändert am: 20.02.2005